Freiburg, 19.06.2026
Chantal Kopf, direkt gewählte Bundestagsabgeordnete aus Freiburg, fordert die Bundesregierung auf, allen Spekulationen über eine Abkopplung Freiburgs vom Fernverkehr eine deutliche Absage zu erteilen. Eine Schriftliche Frage von Chantal Kopf zur möglichen Verschlechterung der Anbindung Freiburgs als Folge des anvisierten Markteinstiegs des italienischen Bahnunternehmens Italo wurde von der Bundesregierung nicht konkret beantwortet.
Außerdem fordert Chantal Kopf mehr Engagement der Regierung für eine faire Regulierung bei neuen Wettbewerbern im deutschen Schienennetz. Sie zeigt sich unzufrieden mit der Antwort auf ihre Schriftliche Frage an die Regierung:
„Die Antwort auf meine schriftliche Frage ignoriert die Warnungen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft schlicht und gibt keine echte Entwarnung. Das ist nicht akzeptabel. Es darf nicht einmal darüber nachgedacht werden, Freiburg vom Schienenfernverkehr abzuhängen. Es ist ein gutes Zeichen, dass ausländische Bahnunternehmen wirtschaftliches Potential im Fernverkehr in Deutschland sehen. Aber: Der Wettbewerb im Fernverkehr muss endlich fair reguliert werden, und zwar so, dass alle Anbieter auch in der Fläche auf weniger profitablen Strecken fahren müssen. Ich erwarte von der Bundesregierung, eine solche Regulierung einzuführen und nicht abzuwarten, bis durch unfairen Wettbewerb weniger lukrative Bahnhöfe in Deutschland einfach abgehängt werden.“
Hintergrund: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat eine Analyse vorgelegt, nach der ein Markteinstieg des italienischen Bahnunternehmens Italo in den deutschen Fernverkehr zu Verschlechterung in der Anbindung zahlreicher deutscher Städte führen kann, unter anderem Freiburg.
Chantal Kopf hat der Bundesregierung dazu folgende Schriftliche Frage gestellt: „Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der Warnung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), wonach Freiburg im Breisgau, nach Medienberichten, zu den Städten gehört, denen bei einem Markteintritt neuer Wettbewerber eine Abkopplung vom IC- und ICE-Fernverkehr droht, und welche Maßnahmen prüft sie, in ihrer Rolle als Vertreterin des Eigentümers Bund, der alleiniger Aktionär der Deutschen Bahn AG ist, um eine Verschlechterung der Fernverkehrsanbindung Freiburgs zu verhindern (Quelle:www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/db-bahn-konkurrenz-italien-100.html)?“
Die Antwort der Bundesregierung vom 17.06.2026 lautet: „Mit einem möglichen Markteintritt weiterer Anbieter im Schienenfernverkehr und den damit verbundenen Rahmenbedingungen beschäftigt sich derzeit die Bundesnetzagentur. Eine Entscheidung hierzu steht aus. Vor diesem Hintergrund sind derzeit keine Aussagen zu künftigen Verbindungen, Halten oder Fahrplankonzepten möglich.“ Die Schriftliche Frage sowie die Antwort der Bundesregierung finden Sie im Anhang.