Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
die Stadt Freiburg bewirbt sich mit dem Projekt zur Sanierung der Eissporthalle „Echte-Helden-Arena“ um eine Förderung durch das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Die längst überfällige Sanierung der Halle ist nicht nur wichtig für die Stadt, denn als einzige Eishalle in der Region hat die Echte-Helden-Arena auch überregionale Bedeutung. Mit rund 200.00 Besucher*innen jährlich aus einem überregionalen Einzugsgebiet von etwa 500.000 Einwohner*innen ist die Halle ein stark frequentierter, generationsübergreifender Begegnungsort, nicht nur für den Profi-Eishockeysport der Freiburger Wölfe in der DEL2 und ihre Fans aus Freiburg und Umgebung, sondern auch für den Nachwuchs- und Breitensport. Freiburg ist für die Realisierung der Sanierung wesentlich auf Förderung angewiesen, ohne die Bundesförderung kann die Halle vermutlich nicht saniert werden.
Mit der Steinriedhalle und dem Haslacher Bad gibt es zwei weitere unterstützenswerte Anmeldungen allein aus Freiburg, und rund um Freiburg bewerben sich zahlreiche weitere Gemeinden mit vielversprechenden Projekten um eine Förderung. Laut der Pressemitteilung Ihres Hauses vom 19.01.2026 gingen 3.600 Interessensbekundungen mit einer beantragten Gesamtsumme von 7,5 Milliarden Euro ein. Zur Verfügung stehen aber lediglich 333 Millionen Euro. Das Programm ist also um das 22-fache (!) überzeichnet.
Das zeigt den großen Bedarf und macht zugleich sehr deutlich, wie enorm die bestehende Lücke ist. Das müsste nicht sein: Eben für solche wichtigen und sinnvollen Investitionen sollte das „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ eingesetzt werden. Leider wird jedoch ein großer Teil des Sondervermögens nicht bestimmungsgemäß
verwendet, sondern z. B. für Steuergeschenke eingesetzt (laut IW wird jeder zweite Euro aus dem Sondervermögen zweckentfremdet).
Für die Mehrheit der Antragsteller für das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ bedeutet das: Sie werden leer ausgehen, die Sportstätten können nicht saniert werden. Für die meisten Projekte werden auch weitere, ebenso zu gering bemessene Förderrunden daran nichts ändern. Eine Ablehnung des Antrags hieße für Freiburg konkret das vorhersehbare Ende des Eissports.
Die Verschiebung der Auswahl der geförderten Projekte auf das Frühjahr lässt den Schluss zu, dass die Koalition angesichts der massiven Finanzierungslücke fürchtet, vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mehr Enttäuschung als positive Effekte zu erzeugen.
Ich fordere Sie daher auf: Angesichts des großen Bedarfs muss bei der Sportstättenförderung unbedingt nachgesteuert werden! Das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ muss mit ausreichend Mitteln ausgestattet werden, denn Sport leistet für sehr viele Menschen in Deutschland einen wichtigen Beitrag für Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ich möchte abschließend noch einmal ausdrücklich um Unterstützung für das Projekt „Echte-Helden-Arena“ bitten, da diese Sportstätte für die ganze Region als Ort gesellschaftlicher Teilhabe relevant ist und ihr Fortbestand von der finanziellen Förderung durch den Bund abhängt.
Mit freundlichen Grüßen
Chantal Kopf MdB