Hoher Besuch im Niedermoor

Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesumweltministerium Chris Kühn, der Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, dem Landtagsabgeordneten Reinhold Pix, den Bürgermeistern Eckerle und Riesterer aus Ihringen und Gottenheim sowie zahlreichen weiteren Gästen war ich gestern im Wasenweiler Ried unterwegs, dem letzten einigermaßen gut erhaltenen Niedermoor in der Oberrheinebene. Durch den geplanten Weiterbau der B 31 West von Gottenheim nach Breisach ist das Niedermoor jedoch ernsthaft gefährdet, da die Straßenführung mitten durch das Ried führen würde. Großflächig würde durch die Straße und besonders durch die dafür notwendige Unterquerung der Bahntrasse noch intaktes Feuchtgebiet entwässert und so zerstört werden.

Dabei sind intakte Moore als CO2-Senken die besten natürlichen Klimaschützer – in Deutschland speichern sie bei nur 5 Prozent der Landfläche genauso viel CO2 wie alle deutschen Wälder zusammen. Deshalb müssen sie dringend geschützt und ihr zunehmendes Entwässern verhindert werden. Aktuell sind jedoch 90 Prozent der deutschen Moore entwässert und verursachen so jährlich 53 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Aus Klimaschutzperspektive ist es also essentiell, dass Moore durch Anheben des Grundwasserspiegels wiedervernässt werden, damit sie mehr Kohlenstoff speichern können statt CO2-Emissionen zu verursachen. Auch darüber hinaus sind Moore wie der Wasenweiler Ried echte Alleskönner: Sie regulieren den Wasserhaushalt einer Region und können so bei Starkregen vor Überschwemmungen schützen, sie wirken bei Hitzesommern wie eine natürliche Klimaanlage und nicht zuletzt sind sie der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.

Der Besuch im Moor fiel passenderweise mit dem Start der Weltnaturkonferenz in Montréal zusammen, auf der global der Rahmen für die biologische Vielfalt verabschiedet werden soll. Mit der Verabschiedung der Moorschutzstrategie im November haben wir auf nationaler Ebene auch schon den ersten Schritt in Richtung Wiedervernässung bisher entwässerter Moore und ihrer nachhaltigen Nutzung gemacht. Lokal gilt es weiterhin, den geplanten Weiterbau der B 31 West mitten durch das Wasenweiler Ried zu verhindern. Auf Bundesebene setze ich mich deshalb dafür ein, dass dem Projekt eine Absage erteilt wird, um so den Widerspruch zu Klimaschutzzielen, Moorschutzstrategie und zum Erhalt des Wasenweiler Rieds aufzulösen. Gleichzeitig müssen natürlich alternative Lösungen für die betroffenen Gemeinden gefunden werden, um die Lärm- und Abgasbelastung vor Ort deutlich zu verbessern. Danke an alle Gäste für Ihr Interesse, an die vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger für ihren unermüdlichen Einsatz für den Erhalt des Moors und gegen den Weiterbau der Straße! Und danke dir, lieber Chris, für deinen Besuch in Freiburg und für dein offenes Ohr, diesem wichtigen Anliegen mit mir in Berlin Gehör zu verschaffen.